Schon die Prämisse stimmt nicht. Nicht der Bedarf bestimmt über HW100, sondern die Förderung.
Warum nicht eine kleinere Variante? Der bayerische Bemessungsstandard ist HW100 — alles darunter müsste die Stadt allein finanzieren. Das Förderregime entscheidet damit nicht nur über die Höhe, sondern verengt auch die Alternativenprüfung: Varianten außerhalb dieses Rasters werden im Planverfahren gar nicht erst ernsthaft durchgerechnet.
Sohlental, nicht Kerbtal. 48 Stunden Vorwarnzeit.
Die Planung begründet massive und irreversible Eingriffe mit „Gefahr für Leib und Leben“. Die Gefahrenlage birgt diese Dringlichkeit aber nicht in dieser Form: Das Donautal in Regensburg ist breites Sohlental, nicht ein Kerbtal wie das Ahrtal. Die Planer zitieren in ihren eigenen Unterlagen eine Vorwarnzeit von ca. 48 Stunden — eine hydrologische Eigenschaft der Lage. Sie führen diese Zeit an, um zu zeigen, dass ihre Mobil-Element-Strategie funktioniert. Dieselbe Vorwarnzeit reicht für Objektschutz und geordnete Evakuierung — ohne Einmauerung. Und auch mit fertigem Hochwasserschutz sieht der Plan Evakuierungen ab HW50 vor.
Eine höhere Mauer hebt die Schadensschwelle. Das stimmt. Aber Objektschutz pro Gebäude — abgestuft nach Lage und Bausubstanz — leistet vergleichbares. Ohne mindestens 55 Millionen Euro, ohne mindestens 127 gefällte Bäume, ohne mindestens fünf Jahre Bauphase.